Ich hatte das grosse Privileg an der damaligen Hochschule St. Gallen (heute Universität St. Gallen) bei Prof. Peter Nobel zu studieren. Er unterrichtete Finanzmarktrecht, in einer Gruppe von rund zehn Studenten. Peter Nobel brachte nicht das Gebiet spannend und übersichtlich herüber, er regte vor allem ständig zum Denken an. Dazu erzählte er interessante Anekdoten aus einem Leben und von seiner anwaltlichen Tätigkeit. Unvergesslich und zeitlich war sein wiederholter Rat «Lesen Sie jeden Tag zwei Bundesgerichtsentscheide!».
1982 gründete Peter Nobel seine eigene Kanzlei in Zürich, die später in Nobel & Hug aufging. Zuletzt war er in der Kanzlei Nobel & Partner in Zürich tätig. Zwischen 1980 und 1997 war er Ersatzrichter am Handelsgericht des Kantons Zürich. Von 1998 bis Ende 2015 amtete Nobel als Richter am Handelsgericht Zürich. Er war zudem zwischen 1988 und 2000 Mitglied der Eidgenössischen Bankenkommission, der Vorläuferorganisation der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA. 1984 wurde Peter Nobel zum Titularprofessor, 1997 zum Extraordinarius für Privat-, Handels- und Wirtschaftsrecht an der Universität St. Gallen ernannt, wo er bis 2010 auch Direktor am Institut für Europarecht war. 2004 gründete Peter Nobel den Studiengang «Master of Law and Economics» («MLE») an der Universität St. Gallen. Von 2007 bis 2012 war er ordentlicher Professor ad personam für schweizerisches und internationales Handels- und Wirtschaftsrecht an der Universität Zürich.
Peter Nobel hat über 30 Bücher und ca. 250 Artikel zum schweizerischen, europäischen und internationalen Aktienrecht, Finanzmarktrecht, Kapitalmarktrecht, Gesellschaftsrecht, Bankenrecht und zur Schiedsgerichtsbarkeit verfasst, viele kennen Sie bestens.
Peter Nobel war auch sehr stark mit der Kultur verbunden, nicht nur als Kunstsammler. Er war Willensvollstrecker von Friedrich Dürrenmatt. Mit seiner Frau hat er die umfangreiche Kunstsammlung «Press Art» aufgebaut.
Von: Boris Etter, Herausgeber LAWSTLYE® und ehemaliger Student von Peter Nobel


